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!Der Erzbergbau auf dem Westerwald besaß eine lange Tradition. Er kam einst von den Talhängen der Sieg, der Heller und des Daadenbach hinauf auf die Höhen des Westerwaldes und ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts urkundlich fassbar. Neben dem Braunkohleabbau, dem Basaltabbau sowie der Ton- und Kaolinförderung auf dem Westerwald entwickelte sich der Erzbergbau zu einem eher bescheidenen Wirtschaftszweig. Heute deuten noch zahlreiche Flurnamen und Reste von Schlackenhalden ehemaliger Waldschmieden auf frühe Schmiedekunst hin, die zumeist in direktem räumlichen Zusammenhang zur Eisenerzförderung bzw. der Verhüttung vor Ort stand. Der Westerwälder Erzbergbau erlangte jedoch nie die wirtschaftliche Bedeutung des Siegerländer Eisenerzbergbaus oder des Metallerzbergbaus an der unteren Lahn., sondern bewegte sich überwiegend in Dimensionen des Klein- und Kleinstbergbaus. |
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Bild links: Es sind zwei Bergleute bei ihrer harten Arbeit unter Tage zu sehen, indem sie in diesem Fall eine Sprengung vorbereiten. Quelle: "Wäller Heimat 97" |
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| Und noch heute zeugen zahlreiche Spuren des ehemaligen Westerwälder Erzbergbaus als bewachsene Abraumhalden, verborgene Schürfgräben oder verschüttete Stollenmundlöcher sowie verstürzte Pingen und Schächte -als leichte Vertiefungen an der Erdoberfläche- von Zeiten als der alte Bergmannsgruß auch durch die Wälder und über die Höhen des Westerwaldes hallte. Doch die Zeiten von Bergmannsromantik sind längstens vorüber; sie endeten unwiderruflich mit der Schließung der letzten großen Grube im Jahre 1965. | |
![]() Die Aufnahme von Grube Roßbach bei Roßbach stammt aus dem Jahre 1891. Der Betrieb dieser Erzgrube (genannt schon seit den 1780er Jahren) endete am 17.08.1898 mit der letzten Einfahrt der Bergleute in das Bergwerk. Die Tagesanlagen wurden bald darauf abgerissen. Heute erinnert nur noch die Abdeckung des verfüllten Schachtes an den Roßbacher Eisenerzbergbau. (Wäller Heimat, 1997, S.35) |
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Die Eisenerzvorkommen setzen ausnahmslos in Hunsrück- und Ems-Schichten des Unterdevons auf, die vor ca. 400 Mio. Jahren aus sich allmählich verfestigenden Sedimenten entstanden, geschiefert wurden und sich viele Jahrmillionen später zum Rheinischen Schiefergebirge auffalteten. Nur einige wenige Vorkommen standen in den jüngeren Schichten des tertiären Basaltes oder Ton an. Der Westerwald wird geologisch dem südwestlichen Gebiet des "Siegerländer-Wieder-Spateisenstein-Bezirk" zugeordnet und stellt den nördlichen Teil einer tektonischen Großeinheit, das Rheinischen Schiefergebirge, dar. Seinen Namen verdankt der Bezirk den großen Spateisensteinvorkommen, wobei Spateisenstein auch als Siderit, Brauneisenstein, Eisenspat oder Eisencarbonat (FeCO3) bezeichnet wird. |
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![]() ![]() Links: Glaskopf (hier: Roter Glaskopf) von Grube Eisenkaute bei Bad Marienberg/Lautzenbrücken ist ein Verwitterungsprodukt von Spateisenstein (Siderit). Rechts: Siderit, auch Spateisenstein oder Eisenspat (FeCO3), ist das Haupterzmineral, dass auf dem Westerwald und im Siegerland gefördert worden ist. |
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Erst in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als das industrielle Zeitalter mit der Erfindung der Dampfmaschine begann und der Ruf nach hochwertigem Eisenerz größer wurde, setzte auch auf dem Westerwald ein großes Interesse auf die im Schoße der Erde verborgenen Erze ein. Dies belegen die bis zum Ende des 19. Jahrhunderte zahllosen Verleihungen von Grubenfeldern durch die zuständigen Bergbehörden in Dillenburg und Bonn. Mancher Bergwerksbetreiber erhoffte sich durch den Absatz von gefördertem Erzgestein einen Wohlstand, der nur durch Landwirtschaft nicht zu erreichen war. Jedoch blieb es zumeist bei diesem Wunschtraum. Viele Gruben mussten nach kurzer Zeit mangels Liquidation den Betrieb wieder aufgeben und verfielen zusehends. Der ausländischen Konkurrenz, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Billigerz auf dem Markt anboten fielen neben den vielen Siegerländer Erzgruben auch die kleinen Westerwälder Erzbergwerke zusehends zum Opfer, bis die ´eh schon geringe Konkurrenzfähigkeit vollends erlosch. |
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Die
Aufarbeitung des Westerwälder Erzbergbaus, der über die Jahre hinweg
nahezu völlig aus dem Gedächtnis der Westerwälder verschwunden ist soll
Zug um Zug aufgearbeitet werden. Dieses Ziel stellt einen besonderen
Anreiz dar, weil dieser regional-geschichtlich in jeder Hinsicht
bedeutende Abschnitt Westerwälder Historie, Gefahr läuft in
Vergessenheit zu geraten.Nur durch Erfassen, Sichten und Auswerten vorhandener Zeitdokumente lassen sich Erkenntnisse ableiten, die in Geschichten und Geschichtchen damit verbundene Lebensweisen, Schicksale und Tragödien rekonstruieren. Das Wiederauflebenlassen einer längst verstrichenen Epoche eines zurückliegenden bedeutenden Westerwälder Zeitabschnittes, mit all seinen damit verbundenen Randgeschehnissen soll Aufgabe der in die "Gesellschaft für Heimatkunde" integrierten "Arbeitsgemeinschaft Erzbergbau auf dem Westerwald" sein. |
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Tragen Sie bitte mit dazu bei, dass
diese Aufgabe durch Ihr Wissen sowie Schrift- oder Bildmaterial realisiert
werden kann. Die "AG Erzbergbau auf dem Westerwald" freut uns
über jeden Hinweis, jeden Anruf, jede Zuschrift und jede Einsichtnahme
oder Leihgabe, die in irgend einer Form, auch wenn es noch so unbedeutend
erscheinen mag, mit dem Erzbergbau auf dem Westerwald zu tun hat. (KHK) |
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| Zu
den beiden Bilder oben: - Der Kux-Schein Nr. 1 der Gewerkschaft der Grube Germania X bei Hachenburg / Alpenrod aus dem Jahre 1899, gewissermaßen den Vorläufer der heutigen Aktie. - Grube Eisenkaute bei Lautzenbrücken um 1920 (Quelle: Bad Marienberg-Bilder von Einst, 1992, S. 34) |
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Aufgaben und Ziele der "Arbeitsgemeinschaft Bergbau auf dem Westerwald"
Aufarbeitung des Altbergbaus
Erfassung und Sicherung alter Unterlagen (Fotos, Urkunden, Schriftgut usw.)
Suche, Aufnahme und Kartierung von Spuren des alten Erzbergbaus
Auskünfte von Zeitzeugen - soweit möglich
Auskunftserteilung
möglichst vollständige Erfassung des gesamten Westerwälder (Alt-)erzbergbaus
| Kontaktadresse: | Karl-Heinz Krahm Heideweg 1 56244 Ötzingen-Sainerholz T. 02666-911453 e-mail: Karl-Heinz.Krahm@sgdnord.rlp.de |
Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 21.11.08