|
GfH
auf Spuren der Vorgeschichte |
|
Da ist zunächst einmal ein vortrefflich erhaltenes und schön geschliffenes Steinbeil, ein sog. Schuhleistenkeil, von über 19 cm Länge zu nennen. Die Archäologen haben den Fund den Bandkeramikern zugewiesen. Die Fundstelle befand sich auf nie als Ackerboden genutztem Gelände. So wird die Möglichkeit ausgeschlossen, er könnte erst in neuer Zeit als "Donnerkeil" (Schutzmittel gegen Blitzgefahr) in den Boden gelangt sein. |
|
|
| Bei Arbeiten in einer Saatschule wurde eine retuschierte Feuersteinklinge gefunden. Das Original befand sich in der Sammlung nassauischer Altertümer unter der Inv.-Nr. 229/82 im Museum Wiesbaden. Es war aber bei einem Besuch des Verfassers dort nicht auffindbar. Eine Nachbildung wird in der Abteilung Archäologie im Landschaftsmuseum Westerwald gezeigt. |
Sehr
bemerkenswert ist eine ebenfalls jungsteinzeitliche
Feuersteinklinge, die am Wilsberg bei Wölferlingen
aufgesammelt wurde. Sie hat wohl als Speerspitze gedient.
(Länge 3,5 cm) |
In
einer alten Quellfassung in unmittelbarer Nähe der
Hirtenwiese am Hohenseelbachskopf in der Gemarkung Daaden
wurde ein fast rundes Feuersteingerät gefunden. Es verblieb
zunächst im Privatbesitz von Frau Weber-Stahl aus
Neunkirchen - Salchendorf, die es vor kurzer Zeit dem
Landschaftsmuseum Westerwald übereignete. Die gelbliche
Farbe ist auffällig. Es ist nicht auszuschließen, dass es
sich bei dem Fund um einen Flintenstein einer
Feuersteinflinte handeln könnte. |
Auf
einem Acker östlich der Höhe "Hahn" unweit des
alten Kirchweges zwischen Selters und Nordhofen barg Karl
Kessler eine retuschierte Silexklinge. Von etwa 80 bekannt
gewordenen Feuersteinartefakten konnten 55 gesichert werden.
Die Funddichte auf engem Raum lässt auf einen Arbeitsplatz
eines Werkzeugmachers des Neolithikums schließen, der
wiederum auf eine Siedlung hinweist. |
Im
Distrikt "Esch" bei Bad Marienberg wurde ein
eisenzeitlicher Wohnplatz festgestellt. Eine ganze Anzahl
Wohnpodien sind in der Hanglage zu erkennen. Durch eine
umgestürzte Buchehatte der Wurzelteller eine Anzahl Scherben freigelegt, die von Karl Kessler entnommen und von den Koblenzer Archäologen der Eisenzeit (700 - kurz vor Chr. Geb.) zugewiesen wurden. |
Bei
den Beständen des Herborner Stadtmuseums befindet sich eine
eisenzeitliche Scherbe, die von Forstmeister Heinrich Behlen
in 1929 auf der Hunsburg bei Nisterau - Bach in ungestörter
Lage aufgefunden wurde. Damals war es die erste
vorgeschichtliche Scherbe vom Hohen Westerwald. Die Scherbe
ist innen und außen hellbraun, leicht mit Quarzsand gemagert,
mit rauer Oberfläche und zeigt eine flache
Fingertupfenreihe. Das Fundstück wird erstmals gezeichnet
hier vorgestellt. |
Bei
Wegebauarbeiten in der Flur "In der Muschenbach"
bei Burbach - Wahlbach konnte einem eingestützten
Töpferofen außer weiteren erhaltenen Gefäßen und
zahlreichen Scherben der abgebildete Kugeltopf entnommen
werden. Er kann in das Hohe Mittelalter datiert werden. |
Auf
dem Gipfelplateau des Hohensehn bei Molsberg wurde um 1994
von Engelbert Hoffmann, Obererbach, eine stark korrodierte
eiserne Lanzenspitze gefunden und durch Helmut Reusch,
Dreikirchen, dem Landschaftsmuseum Westerwald geschenkt. Sie
ist ins Mittelalter einzuordnen. |
|
Wer war der älteste
"Westerwälder"? Die Antwort dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. 1914 wurden in einem Steinbruch bei Oberkassel zwei Skelette von Menschen der Altsteinzeit ausgegraben. Die Verstorbenen lagen eng nebeneinander. Als Beigaben wurden eine Elfenbeinschnitzerei und ein Knochengerät gefunden. Der Mann war über 50 Jahre alt und etwa 160 cm groß, die Frau nur 20 - 22 Jahre alt und etwa 150 cm groß. Beide gehören zum Cromagnontypus aus der Zeit um 16 000 v. Chr. Unsicher ist seit einigen Jahren die Datierung von Schädelfragmenten aus den Steedener Kalkhöhlen, die zunächst den Neandertalern zugewiesen wurden. Von einem weiteren Schädelfund ohne Unterkiefer im Hohen Westerwald hat der Verfasser vor zwei Jahren erfahren. Der Fund wurde von einem Paläoanthropologen einer bekannten Universität untersucht, dokumentiert und dort aufbewahrt. Dessen zugesagte Nachricht wird die Frage nach dem ältesten Westerwälder wohl bald beantworten. Die GfH wird darüber berichten. (Karl Kessler) Alle Fotos und Repros: Karl Kessler Literatur: Kessler, Karl: Inventar der vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Funde und Bodendenkmäler im Westerwald. (unveröffentlicht) Schüler
machten Steinzeitfunde s. dazu auch: |
Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 24.02.04
.