Bericht
zur Feldbegehung am 07.02.04 in Obererbach Auf Anregung von Herrn Millich aus Dreikirchen, der am Nordhang des Kopf, südlich von Obererbach vorgeschichtliche Scherben gefunden hatte, wurde dort eine Untersuchung durch die Archäologie AG der GfH vereinbart. Untersucht wurde nebenstehende Fläche: (rot eingezeichnet) |
|
| Zum
Bild oben: Der „Kopf“ von Osten, im Vordergrund der
begangene Acker. Begonnen wurde mit einem Rundgang um die Kuppe. Im Osten und Norden scheint sich eine ehemalige Mauer um den Berg zu ziehen, sie ist stellenweise noch etwa 50 cm erhalten und aus dem umliegenden Gestein sorgsam aufgesetzt. Da sie unterhalb des Weges liegt könnte es sich auch um eine ehemalige Wegstützung handeln. Auffällig ist jedoch ihr Vorhandensein nur an den „Angriffsseiten“. Ob es sich hier um eine vorgeschichtliche Anlage handelt ist fraglich. |
|
| Der
nördliche Hang ist sehr steil und weist keine Podien auf. Nach Westen
hin folgen mindestens drei Steinbrüche, die eine weitere Beurteilung
nicht möglich machen. Hier verliert sich auch die „Mauer“ im Steilhang über dem Erbach. Über dürften Malberg und Bornkasten in damaliger Zeit in Sichtweite gewesen sein. ![]() Natürlich ist auch der etwa 1 km nördlich gelegene Miltersberg mit seiner Hallstattsiedlung in Sichtweite. Im Hang an der Südwestseite fanden sich vier bis fünf kleine Podien, die nach Oberflächenfunden durchsucht wurden. Hier konnten zahlreiche kleine Scherbenbruchstücke, durchweg vorgeschichtliches Material aufgelesen werden. Nach dem Rundgang um die Kuppe wurde beschlossen auch den angrenzenden Acker zu begehen. Da die Vegetation schon sehr weit fortgeschritten war, wurde beschlossen, den Acker nur in den Traktorrinnen zu betreten. Hierbei zeigte sich, dass nur etwa das erste Drittel des Feldes noch verstreute Funde aufwies. Es handelte sich wieder durchweg um kleine Scherbenbruchstücke. Fundkonzentrationen konnten keine festgestellt werden. Bild unten: Bereich (blau) der Fundstreuung auf dem Acker |
![]() ![]() |
| Zum Schluss wurde noch ein großes
Podium unterhalb des Ackers untersucht. Es fiel als künstliche Erhebung von unten gesehen auf und stellte sich als künstliche Terrasse heraus. Hier fanden sich auch einige Oberflächenfunde in Form von Scherben. Rot eingezeichnet die Podien und Terrassen, gelb der „Mauerring“ Zusammenfassung und Bewertung: Bei der Anlage dürfte es sich um eine kleine eisenzeitliche Siedlung handeln, die sich an der Kuppe möglicherweise durch eine Mauer abgrenzte. Bei dem Fundmaterial handelt es sich durchweg um kleine Bruchstücke von Gebrauchskeramik welches in die Hallstattzeit datieren dürfte. Auch Karl Kessler beschrieb bereits diese Stelle als „Kleinsiedlung“ (31.01.1994 – Lesescherben Ha – Lt). Interessant wäre eine weitere Untersuchung der Hänge bis ins Erbachtal und eine Begehung der Flächen zwischen dem „Kopf“ und dem „Miltersberg“. |
| |
Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 24.02.04