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Eine Bild-Präsentation zeigt an einigen Beispielen
Geotope, Denkmäler und Besucher-Informationszentren:
Karl Kessler
Könnten die Steine im Westerwald reden, so hätten sie viel zu erzählen.
Geotope:
Ketzerstein
Das Naturdenkmal Ketzerstein liegt auf einer Höhe von 610 m südlich der Gemeinde Liebenscheid-Weißenberg am nördlichen Rande des Westerwaldkreises. Er ist der sichtbare Rest eines Lavastromes. Deutlich erkennt man noch die ehemalige Säulenform, die durch horizontale Klüfte weiter zergliedert wurde. Geologisch bedeutsam ist der hohe Gehalt an magnetischem Eisen-Titan-Erz (Illmenit), der den Ausschlag einer Kompassnadel deutlich beeinflusst (Aberration).
Der Ketzerstein führt seinen Namen auf die in der Nähe gelegene Wüstung Katzhausen zurück, nach der auch der Ketzerbach benannt ist. Die groben Felsblöcke in altarähnlicher Form versucht man als heidnischen Opferaltar zu deuten.
Großer Stein
Der Große Stein liegt auf einer Meereshöhe von 546 m. Er ist der Überrest eines Vulkanes, der vor etwa 20 – 30 Millionen Jahren an dieser Stelle das Schiefergebirge durchbrach. Nur kurze Zeit nach dem Ausbruch begann die Verwitterung an der Vulkankuppe zu arbeiten. Aschen und andere durch den Vulkan ausgeworfene Gesteine wurden von Wind und Wasser entfernt. Zurück blieb der zu Säulen erstarrte Basalt. Durch Frosteinwirkung während den Eiszeiten wurden die Säulen zerteilt und es entstand ein eindrucksvolles Blockmeer.
Hochstein (früher Kackenberger Stein)
An der K 65 zwischen Dreisbach und Höhn-Schönberg liegt Höhn-Neuhochstein. Etwa in der Ortsmitte erreicht man nach 250 m nördlich die eindrucksvollen Felsen des Naturdenkmals Hochsteins, 525 ü. NN, mit einem Basaltblockfeld.
Der Berg- und Hüttentechniker, Geologe und Mineraloge Dr. h.c. Johann Philipp Becher schreibt in seiner „Mineralogischen Beschreibung des Westerwaldes, Berlin 1786“ über den Hochstein:
Die Ebene um das Dorf Kackenberg hat rechter Hand und zwar größtentheils am Gehänge, das nach der Niester zu geht, einen
Buchenwald, in welchem oben und kaum 300 Schritt vom Dorf, ein Haufen Basalt-Blöcke bei und aufeinander liegen, wovon mancher 30 und mehrere Zentner wiegt. Sie kommen Haufenweis und zerstreut vor, und siehet dadurch alles so wild aus, daß man vor 3000 Jahren gewähnt haben würde, daß hier der Ort gewesen, wo Riesen den
Himmels-Sturm wagten, von den Göttern aber, die Felsen zerrissen und die Stücke auf die Stürmende herabstürzten, repoußiert wurden. Der eigentliche Kackenberger Stein, oder das so genannte wilde Weiberhäußchen, wovon die Sage wie vom dem schon erwähnten Namens-Verwandten geht, daß ehedessen wilde Leute darin gewohnt hätten, besteht aus einem Basaltfelsen, welcher durch die horizontale und senkrechte Sprünge, wie in Parallelipipeden getrennt und auf einander gethürmt zu seyn scheint. Moos bandirt sie und benimmt ihnen an ihrem Ansehen so wenig, als das ganze dadurch an Feierlichen verliert.
So gibt es viele “Wildweiberhäuschen“ auf dem Westerwald, so bei Driedorf, bei Oberdresselndorf, bei Langenaubach und auf dem Malberg bei Moschheim. Es sind zerklüftete Höhlen, Felsspalten oder überhängende Steine aus denen ein Raunen und Weben aus alter Zeit die Westerwälder noch heute geheimnisvolle Sagen erzählen lässt.
Grube Victoria
Am Fuß des Hochsteins, an der Straße zwischen Schönberg und Hahn befindet sich das verschlossene Stollenmundloch der ehemaligen Braunkohlengrube Victoria. Die unterhalb liegenden Haldenreste bieten Fundmöglichkeiten für Braunkohle und Mineralien.
Kranstein
An der Strasse K 95, die von Willmenrod nach Weltersburg führt, liegt 372 m ü. NN ein Naturdenkmal, der Kranstein. Ein kleiner Teil eines größeren Steinbruchs an seiner Nordwestflanke wurde wegen seiner in Pyramidenform und in Meilerstellung befindlichen Basaltsäulen als eindrucksvolles Geotop 1984 unter Schutz gestellt. Es gibt kaum einen Bildband oder geologische Abhandlung über den Westerwald ohne ein Foto vom Kranstein.
- Auf unsere Veranlassung hin hat die Verbandsgemeinde Westerburg
inzwischen den Kranstein von der Verbuschung befreit und zusammen mit der
Ortsgemeinde Weltersburg wieder einladend gestaltet.
Druidenstein
Der Druidenstein, Naturdenkmal, 431 m ü. NN, gilt als der nördlichste Ausläufer des basaltischen Westerwaldes. In der Tertiärzeit vor etwa 25 Millionen Jahren entstanden, lässt der Druidenstein etwas von der Dramatik des Vulkanausbruchs erahnen als glutflüssige Lava sich aus dem Erdinneren durch die devonische Grauwacke hindurchzwängte und anschließend zu Basaltsäulen erstarrte.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde ein Teil der als Orientierungspunkt für feindliche Heere geltenden Kuppe abgetragen. Heute ist nur noch etwa ein Drittel davon erhalten. Durch die Unterschutzstellung um 1920 wurde ein weiterer Abbruch verhindert. Sagen berichten von keltischen Druiden als Namensgeber des Naturdenkmals und von Germanen, die dort eine Kultstätte hatten.
Grauer Stein (Botterweck)
Der Graue Stein, 519 m ü. NN, am westlichen Ortsrand von Rennerod gelegen, ist ein im Westerwald einmaliges Geotop! Zahlreiche Felsformationen im Westerwald haben ihre heutige Ausprägung während der Eiszeiten erhalten. Dies ist am Grauen Stein nicht der Fall.
Der Bevölkerung ist die kugelige Form der Steine aufgefallen, die dem Grauen Stein auch den Namen „Botterweck“ gaben. Dies ist eine Verwitterungsform, die innerhalb des Bodens entsteht. Bevorzugt geschieht dies unter tropischen und subtropischen Bedingungen. Darauf deutet auch die Rotfärbung des heutigen Bodens hin. Einige auf dem Waldboden liegende Kugeln sind gespalten, hervorgerufen durch Frostsprengung in den Kaltzeiten.
Das Hessische Landesvermessungsamt in Wiesbaden stellte in den 1970er Jahren den geographischen Mittelpunkt der Bundesrepublik Deutschland in Rennerod nach dem Koordinatensystem (Breitengrad 50,37 Nord, Längengrad 8,04 Ost) fest.
Als markanter Punkt bot sich der Botterweck an. Nach der Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit mit den ostdeutschen Ländern, der damaligen DDR, am 3. Oktober 1990 wurde Niederdorla in Thüringen der neue geographische Mittelpunkt Deutschlands.
Großer Wolfstein
Den Große Wolfstein, Naturdenkmal, 555 m ü. NN, findet man nordwestlich von Bad Marienberg im Bereich des Landschaftsschutzgebietes Marienberger Höhe in der Gemarkung Kirburg. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen von der Stadtmitte und vom Wildpark-Parkplatz zum knapp 2 Kilometer entfernten Ziel. Ebenso wie der Ketzerstein ist auch der Große Wolfstein der Überrest eines Lavastromes. Er bildet zusammen mit dem unweit gelegenen Kleinen Wolfstein den sogenannten Wolfsteinrücken.
Zwischen Bad Marienberg, Bölsberg und Unnau fallen Basaltblockfelder auf, die während der Eiszeiten von den Basaltdecken der Berge abgeglitten sind und hier unmittelbar am Plateaurand das devonische Schiefergebirge überlappen.
Die Grenzbeschreibung der Kirche zu Haiger 914/1048 lässt schon im frühen 10. Jahrhundert den Rechtsbereich der Herrschaft zum Westerwald erkennen. Als Grenzpunkt wird der Große Wolfstein genannt, der damals „Drutgerestein“ hieß. Die Bezeichnung gab den Anlass zur Annahme einer keltischen Kultstätte. Grenzsteine von 1788 mit den Buchstaben ON = Oranien-Nassau und SH = Sayn-Hachenburg markieren dort noch den alten Grenzverlauf. Die Sage erzählt: Der Teufel wollte einen Turm bauen, der bis in den Himmel reichen sollte. Er sammelte eine Menge mächtiger Basaltblöcke, die überall in den Wäldern umherlagen. Er band sie mit einer „Witt“ (Weiden- oder Birkenreis, das so lange gedreht, „gebreiselt“, wird, bis es sich wie ein Strohseil binden lässt) beieinander, und fuhr mit seiner Last durch die Lüfte. Die Witt riss, und die Steine fielen zu früh auf die Erde. Und da liegen sie heute noch. So soll der Große Wolfstein entstanden sein.
Trachytbruch Weidenhahn
Der Trachytabbau gehört zu den wichtigen Rohstoff-Industrien im Westerwald. Der Trachyt von Weidenhahn gehört zu den SiO2–reichen Gesteinen, das hier in ebenmäßigen Säulen ansteht. Im Bruch steht ein großer Betriebskran, der zum Transport der rohen Gesteinsblöcke dient. Trachyt von Weidenhahn findet Verwendung für Treppenstufen, Bodenplatten, Tür- und Fenstergewänden, in der Denkmalpflege und wurde auch beim Hausbau verwendet.
Auch die alte im Zweiten Weltkrieg zerstörte Autobahnbrücke bei Limburg bestand zum Teil aus Trachyt, allerdings aus Wölferlingen. Aus dort nicht verwendeten Quadern errichtete man dort die am östlichen Ortseingang von Wölferlingen an der Straße befindliche Mauer.
Steinbrüche sind lebensgefährliche Orte. Das Betreten ist immer nur mit Genehmigung des Unternehmers erlaubt. Das Gleiche gilt auch für Tongruben.
Tongrube Esther
Oberhalb der Tonlagerstätte, einem Walderdorff´schen Betrieb bei Boden, ist ein Vulkanbau mit umfangreichen, gut geschichteten Tuffen aufgeschlossen. Je nach Abbaufortschritt sind sogar die Fördergänge des Vulkanes zu erkennen. Gut zu sehen ist die Verziegelung (Rotfärbung) des Tones unterhalb des heiß abgelagerten Basaltes.
Hier muss das Betriebsgelände nicht betreten werden. Der Aufschluss ist von der Straße L300 einsehbar.
Ein Geopark enthält umfasst Landschaften und Landschaftsteile mit geologischem Naturerbe, aber auch mit archäologischem, ökologischem, historischem und kulturellen Erbe von überregionaler Bedeutung.
Geotop und archäologisches Denkmal zugleich:
Wildweiberhäuschen
Im Aubachtal oberhalb von Langenaubach liegt die Wildweiberhaus-Klippe aus oberdevonischen Iberger Riffkalk. Am Gesteinsaufbau waren Stromatoporen und Korallen, die auffälligsten Makrofossilien, beteiligt.
Während der letzten Eiszeit - vor rund 20 000 Jahren – kam es zu starken Stürmen, die große Mengen Staub mit sich brachten, der als Lößlehm zu Boden sank. So auch am Wildweiberhäuschen. Unzählige Knochen eiszeitlicher Tiere sind im Lößlehm verborgen. Es fanden sich Bruchstücke von Geweihen junger Rentiere, die im Windschatten des Felsens ihr Geweih abwarfen. Dazu kamen Knöchelchen von Moor- und Alpenschneehühnern. Es folgen Reste von Nagern einer trockenen Kaltsteppe. Sie stammen aus Gewöllen eiszeitlicher Eulen, die in dem Felsen ihr Quartier hatten.
Die unverdaulichen Reste ihrer Mahlzeiten sanken in den Lößlehm und blieben darin durch den nahen Kalk erhalten. Aus der Waldzeit stammen noch Knochen von starken Hirschen, Höhlenbären und Wollhornnashorn.
Kulturelle Hinterlassenschaften von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter wurden im Bereich des Wildweiberhäuschens entdeckt.
Dornburg – keltisches Oppidum
Mächtige Steinwälle sind verstürzte Reste einer eisenzeitlichen Stadtmauer, die an der wenig steilen Nordseite und als Wallansatz im Südosten der Dornburg zwischen Wilsenroth, Frickhofen und Langendernbach noch erhalten sind. Leider hat der Basaltabbau etwa 17 ha der ursprünglich insgesamt 37 ha umwehrter Fläche des Oppidums unwiederbringlich zerstört.
Dornburg - Siedlungsplateau
Wenige archäologische Grabungen im Bereich der Umwallung erbrachten bemerkenswerte Bodenfunde, darunter einige keltische Münzen, sog. Regenbogenschüsselchen.
Dornburg - Ewiges Eis
Außer den kulturgeschichtlichen Überresten und großen Aufschlüssen der Basaltsteinbrüche beeindruckt das „Ewige Eis“ unterhalb dem mit Basaltrosseln
bedeckten Südhang. Hinzu kommt, wie beim Ketzerstein. eine Abweisung der Kompassnadel.
Malberg - Wildweiberhaus
Der Malberg, Naturschutzgebiet, 422 ü. NN, bei Moschheim ist der durch seine weithin sichtbare Kuppe und seine Ebenmäßigkeit beeindruckendste Berg des Westerwaldes, der auch vulkanischem Ursprungs ist.
Wahrscheinlich ist das Gestein bereits sehr zähflüssig gewesen, als es in Tuffe eindrang. Dies zeigt sich deutlich an den Schlieren, die durch die Verwitterung an den Felsen deutlich hervortreten. Teilweise liegen sie kreuz und quer nebeneinander! Ob es bis an die Erdoberfläche gekommen ist, lässt sich an den Aufschlüssen nicht entscheiden. Das Gestein, ein phonolithischer, alkalireicher Trachyt wurde an der Südwestflanke in zwei Steinbrüchen abgebaut. In den Gesteinen wurden die Minerale Sanidin, Nosean, Hornblende und Magneteisen nachgewiesen. Das abgebaute Material diente bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Glasherstellung in Wirges.
Malberg – Oppidum und Sage
Drei Wallführungen auf der Kuppe umschließen eine späteisenzeitliche Höhensiedlung, die wiederholt dürftig archäologisch untersucht wurde. Eine erste Unterschutzstellung aus geologischen und landeskundlichen Gründen erfolgte bereits 1927.
Imposante Felsbildungen zeigen zum Teil weite höhlenartige Spalten, die klangvolle Namen wie „Wildweiberhaus“, „Teufelsfelsen“ und „Geiersteine“ tragen. So wundert
es nicht das sich Sagen um den Malberg ranken. So soll er eine alte Dingstätte des Engersgaues und in der Vorzeit auch ein heiliger Berg gewesen sein. Der Malstein, der dort liegt und auf dem man oben noch eine Rinne erkennen will, ist, wie man sich erzählt, ein Opferstein gewesen. In der Nähe liegt der Ahnstein und gegenüber der Hexensprung, sowie auch eine enge Felsspalte, darin soll die „weiße Hexe“ gehaust haben. Nach einer anderen Sage wohnten vorzeiten einmal drei schlimme Weiber darin, die als Hexen galten, die ganze Gegend abbettelten, allerlei Unfug trieben und dann plötzlich verschwanden. Zuzeiten hört man am Malberg des Nachts ein gewaltiges Getöse, ein Brausen und Krachen, dazu ein Wiehern, Bellen, Krächzen und Schreien, dass es Menschen und Tieren angst und bange wird. Dann ziehe der wilde Jäger auf die Jagd, sagt man, oder auch die „weiße Hexe“ fahre aus.
Bornkasten-Wall mit Funden
Der Bornkasten bei Nomborn ist ein alter durch einen Steinbruch gestörter Basaltkegel. Er war als Höhensiedlung wohl schon von der Urnenfelderzeit bis zur Latènezeit auf seiner weniger steilen Seite durch einen mächtigen Abschnittswall gesichert. Die Besiedlung reicht nach den Funden von Steinartefakten und charakteristischer Keramik bis in die Jungsteinzeit zurück.
Große und Kleine Steinkammer
Der Untergrund am Ostrand von Breitscheid-Erdbach und ein großer Geländeabschnitt zwischen Breitscheid und Erdbach wird von Kalkgestein eingenommen.
Der sog. Iberg-Kalk besteht im wesentlichen aus Rifforganismen. Höhlen sind in Kalkgebieten keine Seltenheit. In den Steinkammer-Karsthöhlen kamen bemerkenswerte Funde von der Jungsteinzeit bis zur Frühlatènezeit ans Licht.
Archäologische Denkmäler von überregionaler Bedeutung:
Dünsberg
Der Dünsberg zwischen Biebertal und Gießen im Osten des geographischen Westerwaldes trägt eine gewaltige Ringwallanlage mit drei konzentrischen Ringen, die zusammen 12 km lang und heute noch stellenweise 10 m hoch sind. Von den Kelten als Oppidum erbaut, wurde die Anlage von den germanischen Chatten weiter ausgebaut. Reichhaltige Bodenfunde über die Römische Kaiserzeit bis ins Mittelalter weisen auf eine nahezu andauernde Besiedlung hin. Ein Teil einer Pfostenschlitzmauer mit einem Torbereich wurde rekonstruiert. Andreas Kretz von der GfH leitet dort im Auftrag des LAD Hessen Ausgrabungen.
Steinkiste Niederzeuzheim
Wie weitere zwei Steinkistengräber von Niedertiefenbach und Oberzeuzheim ist das von Niederzeuzheim aus plattigen Felsstücken erbaut. Sie gehören alle der jüngeren megalithischen Wartbergkultur 3000 – 2800 v. Chr. an. Im Grab von Niederzeuzheim fand man 1954, nachdem das Grab schon vorher mehrmals durchwühlt worden war, Knochenreste von 25 Bestatteten. Hinzu kamen einige jungsteinzeitliche Steingeräte und jüngere Scherben. In jüngster Zeit wurde, nachdem man eine bis dahin nicht mehr bekannte Deckplatte gefunden hatte, vom Heimat- und Geschichtsverein Frickhofen in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Denkmalpflege Hessen wieder vorbildlich hergerichtet. (s.
dazu auch -->>)
Steinkiste Oberzeuzheim - Hachenburg
Um einige bereits seit Jahrzehnten störende große Steine aus seinem gepachteten Acker zu beseitigen, stieß der Landwirt Berthold Horn aus Oberzeuzheim im Herbst 1985 auf weitere tieferliegende Steine in Plattenform und Knochen in großer Zahl. Er benachrichtigte die Grundstückseigentümer Maria und Emil Henkes in Salz von seinem Fund mit den Worten: Maria, eich hunn’e Grob gefunne, fifty, fifty! Horn hatte geglaubt einen Schatz unter den Steinen zu finden. Die Antwort auf eine Anfrage im Landschaftsmuseum Westerwald ergab den Hinweis auf ein weiteres Steinkistengrab im Limburger Becken. Die Steine befanden sich sämtlich nicht mehr in situ und waren, um wertvollen Ackerboden zu gewinnen, zu verschiedenen Zeiten in Verlochungsgruben versenkt worden. Niemand konnte sich mehr an das Grab erinnern, es war in Vergessenheit geraten.
Außer wenigen Tierknochen wurden grazile Menschenknochen (ein Schädel) von etwa 50 Bestatteten und eine einzige wohl von einer Bernsteinkette übrig gebliebene Perle gesichert. Immerhin für die Wissenschaftler ein „Schatz“, der von der Nordseeküste auf alten Handelswegen in den Westerwald gekommen war. Bis um Chr. Geb. kam der Bernstein ausnahmslos von der Westküste Jütlands und danach auch von der samländischen Küste.
Die Ausgrabungsfläche wurde nach Beendigung der Untersuchungen wieder eingeebnet, nachdem der ursprüngliche genaue Zustand der Steinkiste sich nicht mehr feststellen ließ. Ein Landschaftsarchitekt hatte schnell Interesse an den mächtigen Steinen bekundet, das keine Unterstützung fand. Im guten Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen wurden 19 Basaltplatten dem Landschaftsmuseum zur Umsetzung des Grabes in den Hachenburger Burggarten überlassen, zu der die Stadt vorher eingewilligt hatte.
Überlegungen spielten dabei eine Rolle, wie man später einmal das nicht zum historischen Burggarten gehörende Gelände evtl. mit Nachbauten vorgeschichtlicher Haustypen ohne das der Baumbestand gefährdet wäre, attraktiv in Verbindung mit dem Museum gestalten könnte.
So gibt die Steinkiste von Hadamar-Oberzeuzheim am Landschaftsmuseum ein eindrucksvolles Bild jungsteinzeitlichen Bestattungswesens.
Glockenschachtpingen der Grube Scheid, Hilgert - Ransbach-Baumbach
Beim Untertageabbau wurde Ton ursprünglich, etwa seit dem 16. Jahrhundert, in einfachen Schächten abgebaut, aus denen sich dann Glockenschächte entwickelten. Die Schächte mit einem Durchmesser von 1 – 2 m trieb man bis auf das abbauwürdige Lager, dort wurden sie kugelförmig erweitert.
Der Tonabbau im Glockenschacht wurde noch bis nach dem Ersten Weltkrieg betrieben. Dr. Birgit Häuser-Hildebrandt verdanken wir mit der hervorragenden Dissertation:
Auf den Spuren des historischen Tonbergbaus im Kannenbäckerland auch die Vermessung, Kartierung und Beschreibung des Pingenfeldes der Grube Scheid.
Besucherinformationszentren:
Landschaftsmuseum Westerwald, Hachenburg
Basaltpark Bad Marienberg
Tertiärpark Stöffel im Aufbau
Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen, Herdorf-Sassenr.
Museum für Erd- und Vorgeschichte „Zeitsprünge“, Breitscheid-Erdbach
Tonbergbaumuseum, Siershahn
Kristallhöhle Kubach, Weilburg-Kubach
Grube Fortuna, Solms-Oberbiel
Bergbaumuseum Weilburg
Villa Grün, Dillenburg
Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen
Lahn-Marmor-Museum, Villmar
Mobiles Landschaftsmuseum, Hausen
Ein erstes Ziel ist erreicht, wenn den Menschen im Westerwald bewusst wird, dass sie in einer besonderen Landschaft mit einer spannenden Vergangenheit leben. Ich zitiere aus der Einladung:
Die intensive Beschäftigung mit dem Boden unter den Füßen tut dem regionalen Selbstbewusstsein gut und wirkt identitätsstiftend.
Nur dann können wir den Gästen überzeugend unsere Landschaft zeigen.
Die Erde und das Leben auf ihr sind einem ständigen Wechsel unterworfen. Die Zeugnisse ihrer Geschichte sind fast überall sichtbar. Man muss sie nur lesen und
nutzen können.
Die Grenzen des Claims sind grob abgesteckt. Der Westerwald mit dem Lahntal bieten sich an. Der Schatz ist gefunden. Er muss nur noch gehoben werden.
Bringen wir gemeinsam kreis- und länderübergreifend die kantigen Säulen, den Stein, ins Rollen und schaffen Hindernisse aus dem Weg.
07.11.2005
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