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5000-jährige Nekropole der Jungsteinzeit aus
Hadamar-Oberzeuzheim im Hachenburger Burggarten Zur megalithischen Wartbergkultur im Westerwald Im Jungneolithikum wurde der hessische Raum und damit der Lahn-Westerwald im Bereich des lößreichen Limburger Beckens von einer Variante der Megalithkultur erfasst, benannt nach der Verwendung von großen (gr. megas) Steinen (gr. lithos). Die megalithischen Steinbauwerke sind in einem weiten Bogen über Westeuropa verstreut und fallen durch ihre Größe und ihr fremdartiges Aussehen auf. Es sind Steinkistengräber oder Steinkammergräber, die wegen ihrer Form zur Gruppe der Galeriegräber zählen. Die Epoche ist bei uns auch als Hessische Steinkistenkultur bekannt, die sich am stärksten im Grabritual bemerkbar machte und nach neuem Forschungsstand jetzt mit "Wartbergkultur" bezeichnet wird. Die Wartbergkultur, etwa 3500 bis 2800 v. Chr., ist nach dem Wartberg bei Niedenstein- Kirchberg (Schwalm-Eder-Kreis) in Hessen benannt, auf dem Siedlungen dieser Kultur lagen. Der Begriff wurde 1951 von dem Prähistoriker Hermann Müller- Karpe geprägt. Die Grabanlagen dienten zu Kollektivbestattungen. Man hat die Toten einer Gruppe (Sippe) stets in derselben Gruft beigesetzt. Die "nassauischen"
Steinkistengräber in Niederzeuzheim, Niedertiefenbach und
Oberzeuzheim, wurden, wie überall in Hessen, aus plattigen
Felsstücken erbaut. Es sind in den Boden eingetiefte
Grabkammern aus Wandsteinen, die mit einer Decke aus großen
Steinen nach oben abgeschlossen waren. Die Decksteine sind
meist durch den Ackerbau zerstört oder in den Erdboden
versenkt worden. Die Lücken zwischen den Steinen wurden mit
Trockenmauerwerk gefüllt. Die Grabkammern waren mit
Steinschutt-Packungen umgeben und mit einem heute längst
verschwundenen Erdhügel überdeckt. Die genannten drei
Gräber gehören der jüngeren Wartbergkultur nach 3000 v.
Chr. an und erbrachten als Fundmaterial außer wenigen
Steingeräten, Kupferschmuck und Bernsteinperlen viele
Skelettteile. In Niedertiefenbach, das Grab (Länge 10 m) war
1847 zur Hälfte gesprengt worden, konnten bei einer Grabung
1961 noch Knochen von mehr als 170 Bestatteten festgestellt
werden. Im kleinsten Megalithgrab Hessens (Länge 6 m), in
Niederzeuzheim, fand man 1954, nachdem das Grab vorher schon
mehrmals durchwühlt worden war, Knochenreste von mindestens
23 Erwachsenen und 2 Kindern. Zu den drei Gräbern gehörende
Siedlungen wurden bislang noch nicht aufgefunden. Von den
wenigen bisher bekannt gewordenen Siedlungen im nord- und
mittelhessischen Raum, und der von dort vorliegenden Befunde,
dürften Viehzucht und Jagd die Haupterwerbsquelle der
Bevölkerung gewesen sein. Der Ackerbau spielte eine
untergeordnete Rolle. Erwähnenswert ist die Lage der drei
Steinkistengräber in einer Höhenlage um 200 m fast genau
auf der Grenze zwischen den fruchtbaren und weniger
fruchtbaren Lößböden des inneren Beckens. Die Lage ist
auch ein Merkmal für viele Steinkammern Hessens. |
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| Rekonstruktionszeichnung des Steinkistengrabes von Hadamar-Oberzeuzheim. Das Grab war im intakten Zustand mit einem Erdhügel überdeckt. Ein kurzer Eingangsbereich ermöglichte es, die Grabkammer bei späteren Bestattungen leichter zu betreten. |
| ------- Literatur: Bausch, Hermann-Josef: Oberzeuzheim im Spiegel der Geschichte. Hadamar 1987. Bismarck, Rule von: Bernstein - das Gold des Nordens. Neumünster 1972. Herrmann, Fritz-Rudolf / Jockenhövel, Albrecht (Hrsg.): Die Vorgeschichte Hessens. Topographischer Teil. Stuttgart 1990. Jockenhövel, Albrecht: Die Jungsteinzeit. In: Die Vorgeschichte Hessens. Stuttgart 1990. Lischewski, Hartmut: Die Jungsteinzeit im Kreis Gießen. In: Inventar der urgeschichtlichen Geländedenkmäler und Funde im Stadt- und Landkreis Gießen. Frankfurt a. M. 1976. Raetzel-Fabian, Dirk: Die Ergebnisse des Datierungsprojektes Wartbergkultur -Detailbetrachtungen zur chronologischen Entwicklung im Jungneolithikum Hessens. Vortragsmanuskript. http://www.jungsteinsite.de /1999 Spanuth, Jürgen: Atlantis. Tübingen 1965. * Spanuths Untersuchungen zur Herkunft des Bernsteins sind 1980 durch Untersuchungen der Universität Kiel in vollem Umfange bestätigt worden! Maria und Emil Henkes aus Salz wird für freundliche Auskunft und Unterstützung herzlich gedankt. |
Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung: 12.01.04