GfH
übergab Bodenfunde zur wissenschaftlichen Bearbeitung
Bad Marienberg. Rund
fünf Zentner Scherbenmaterial, Lesefunde von 40 Fundstellen
(Höhensiedlungen, Wüstungen, Burg- und Schlossbergen) im
geografischen Westerwald, fanden jüngst den Weg in die
Magazine der Archäologischen Denkmalpflege Rheinland-Pfalz
in Koblenz und Hessen in Wiesbaden.
Die für unsere frühe Geschichte wichtigen Funde stehen nun
zentral der Wissenschaft zur Verfügung. Sie reichen von der
Jungsteinzeit bis in die Neuzeit hinein und wurden von
GfH-Mitarbeiter Karl Kessler seit 1960 zusammengetragen und
zum größten Teil selbst bei zahllosen Geländebegehungen
aufgesammelt.
Es handelt sich um die Fundorte im rheinland-pfälzischen
Westerwald in den Gemarkungen Boden, Eitelborn, Elgendorf,
Ettinghausen, Görgeshausen, Großholbach, Hachenburg,
Heiligenroth, Molsberg, Montabaur, Müschenbach, Nomborn,
Obererbach, Ötzingen, Seck, Stahlhofen b. M., Stein-Wingert,
Weitersburg, Welschneudorf und Wirzenborn.
Die Fundorte im hessischen Westerwald sind: Ballersbach,
Barig-Selbenhausen, Dillenburg, Driedorf, Frickhofen,
Gusternhain, Heisterberg, Herbornseelbach, Kölschhausen,
Mengerskirchen, Merenberg, Nanzenbach, Oberzeuzheim,
Rodenroth, Wilsenroth und Winkels.
Auskünfte erhalten Sie von Karl Kessler, Langgasse 1a,
56470 Bad Marienberg, Tel. 02661/6841oder E-mail: k.f.kessler@freenet.de |
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Zehn-Jahres-Feier der GfH
offenbarte erstaunliche Bandbreite -
Landrat: Durch Geschichtsforschung eigene Identität
ergründen
Zehn Jahre Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald-Verein.
Dieser runde Geburtstag war nicht nur Anlass für eine Feier
in Hachenburg, sondern machte auch die große Bandbreite der
Aktivitäten in der GfH deutlich.
HACHENBURG. Die "In-Wert-Setzung" der Westerwälder
Landschaft ist das primäre Ziel der Gesellschaft für
Heimatkunde (GfH), die vor genau zehn Jahren als
Arbeitsgemeinschaft im Westerwald-Verein gegründet wurde.
Der Geburtstag wurde jetzt im großen Sitzungssaal der
Verbandsgemeinde Hachenburg gefeiert.
Eröffnet wurde die Feierstunde von Karl Kessler, der die
Gelegenheit nutzte, um an die selbstgestellten Aufgaben und
an das bisher Erreichte zu erinnern. Erster Schwerpunkt der
GfH war die schnelle Erfassung ständig gefährdeter Boden-
und Kleindenkmäler, verbunden mit der Unterschutzstellung.
Vor zwei Jahren wurde das Spektrum durch die Dokumentation
der schwindenden Westerwälder Mundart ergänzt.
Kessler bedauerte, dass sich die Arbeit der GfH bislang
ausschließlich auf das Gebiet des Westerwaldkreises
beschränkt. Er wünsche sich ein länderübergreifendes
Wirken im Bereich Heimatkunde, damit individuelle Kräfte
gebündelt würden. Die völlig autonome GfH biete dafür
eine ideale Plattform. Nur die lebendige Auseinandersetzung
mit dem kulturellen Erbe ermögliche es, weiterhin für ein
regionales Bewusstsein im Westerwald werben zu können.
Dieser Meinung schloss sich auch Landrat Peter Paul Weinert
an, der die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte als
Ergründung der Westerwälder Mentalität beschrieb. Einig
war er sich mit Kessler auch in einem weiteren Punkt: der
Ablehnung der geplanten Westerwald-Autobahn. Weinert
plädiert statt dessen für den Ausbau bereits bestehender
Straßen.
Wie wichtig es für den eigenen Lebensraum ist, dass sich
Menschen für Heimatkunde interessieren, unterstrich
Karl-Heinz Groß, erster Beigeordneter der VG Hachenburg. In
der Verbandsgemeinde habe die GfH einen Partner für sanften
Tourismus in der Region.
Es folgte ein informativer Vortrag von Dr. Cliff Alexander
Jost vom Landesamt für Denkmalpflege, Abteilung
Archäologische Denkmalpflege, aus Koblenz. "Der Limes
auf dem Weg zum Weltkulturerbe" war sein Thema.
Auch im Westerwald gibt es gut erhaltene Abschnitte des
Limes, die jedoch überwuchert und schwer zugänglich sind.
In Zukunft soll der Limes denkmalverträglich touristisch
erschlossen werden. Außerdem laufen die Bemühungen um eine
Aufnahme des Grenzwalls in die Liste des Weltkulturerbes der
Unesco.
Abschließend war wieder die Arbeit der GfH Thema der
Veranstaltung. Dabei ging Jürgen Reusch erneut auf
Geschichte und Wirken ein. Tagungen, Vorträge, Exkursionen
sowie Aus- und Weiterbildungen gehören zum Standardprogramm
der Gesellschaft. Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche
Aktivitäten geplant, die von Karl-Heinz Schäfer vorgestellt
wurden. Informationen erhielten die Gäste auch über die
Arbeitsgruppe Schienenverkehr, die 1990 gegründet und 1993
der GfH angeschlossen wurde. Jochem Hellmig wies unter
anderem auf die bisherigen Erfolge der Eisenbahnfreunde hin.
Dazu zählt nicht zuletzt die Ausrichtung der erfolgreichen
Ausstellung "Eisenbahn im Westerwald", die im
vergangenen Jahr im Landschaftsmuseum Westerwald in
Hachenburg zu sehen war.
Einen Blick in die Zukunft der GfH wagte Dr. Juliana Köhler,
Leiterin des Landschaftsmuseums. Festgehalten werden soll an
der Dokumentation von Verlust und Zerstörung bedrohter
Objekte und Felder der Heimatgeschichte und -kultur.
Weitere Ziele sind unter anderem die Ausstattung mit modernen
Technologien zur Unterstützung der historischen
Landesaufnahme und die verstärkte Zusammenarbeit mit den
örtlichen Heimatvereinen.
Nadja Hoffmann
Aus Westerwälder Zeitung vom 19.3.2002
Für ein
regionales Bewusstsein
im Westerwald weiter werben
Gesellschaft für Heimatkunde seit zehn
Jahren aktiv - Treffen und Vortrag
HACHENBURG. Zum zehnten Mal jährt sich am 11. März der
Gründungstag der Gesellschaft für Heimatkunde im Westerwald
(GfH). Aus diesem Grund fand am Samstag, 16. März, von 14
bis 16 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Hachenburg
die Mitarbeiterversammlung in einem größeren Rahmen statt.
Geladen waren Vertreter der lokalen Politik, der Vorstand des
Westerwald-Vereins, Gründungsmitglieder sowie Berater,
Helfer, Freunde der GfH und interessierte Gäste.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Dr.
Cliff Alexander Jost vom Landesamt für Denkmalschutz zum
Thema "Der Limes auf dem Weg zum Weltkulturerbe".
Eine kurze Selbstdarstellung der GfH sowie die Vorstellung
der Vorhaben für das Jahr 2002 rundeten den Nachmittag ab.
In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die GfH mehr als 800
Boden- und Kleindenkmäler des Westerwaldes aufgenommen und
inventarisiert. Ein Großteil der Arbeitsergebnisse wurde dem
Landesamt für Denkmalpflege in Koblenz, der Forstdirektion
in Koblenz und der unteren Denkmalschutzbehörde in der
Kreisverwaltung des Westerwaldkreises übereignet. Ferner
wurden 38 Vortragsveranstaltungen angeboten, davon 27 durch
GfH-Mitarbeiter. Darüber hinaus gab es 31 Exkursionen im
Gelände oder zu Objekten verschiedener Art, davon 19
geführt durch Mitarbeiter der GfH.
Zur GfH gehören die sehr aktive Arbeitsgemeinschaft
Schienenverkehr im Westerwald sowie seit kurzem der rührige
Gesprächskreis Regionalgeschichte, der besonders im Raum
Hachenburg wirkt. Die GfH hat im Zusammenwirken mit der
Verbandsgemeinde und dem Forstamt Hachenburg den Museumsweg
"Museum in der Landschaft Kroppacher Schweiz"
eingerichtet. Zurzeit wird auf Initiative und mit
Unterstützung der GfH an Mundartwörterbüchern für den
jeweiligen Bereich der Verbandsgemeinden Bad Marienberg und
Hachenburg gearbeitet. Die Projekte stehen unter
wissenschaftlicher Anleitung und Begleitung durch den
Germanisten Professor Dr. Gerhard Augst von der Universität
Siegen. Wer mehr über die GfH wissen will, der besuche sie
unter www.gfh-westerwald.de im Internet.
Text übernommen aus Westerwälder Zeitung vom
11.3.2002  |