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Geotope im Westerwaldkreis
Die Auswahl der beschriebenen Geotope wurde nach folgenden Kriterien
getroffen:
Mischung von
bekannten und weniger bekannten Geotopen
Kulturelle
Bedeutung (Geschichte und Sage) innerhalb der Bevölkerung
Geotope der
jüngeren Erdgeschichte, insbesondere des Vulkanismus und der Eiszeit
Wissenschaftliche Aussagekraft
Sicherheitsaspekt
Leichte
Erreichbarkeit (Bedingt beim Geotop Sengelberg)
Liste der Geotope u.
Geopark-Informationszentren im Westerwald ---->>>
Beschreibung einzelner Geotope
(NSG = Naturschutzgebiet, ND = Naturdenkmal)
ND
Ketzerstein
Das Naturdenkmal Ketzerstein liegt auf
einer Höhe von 610 m südlich der Gemeinde Liebenscheid-Weißenberg am
nördlichen Rande des Westerwaldkreises. Er ist der sichtbare Rest eines
Lavastromes. Deutlich erkennt man noch die ehemalige Säulenform, die durch
horizontale Klüfte weiter zergliedert wurde. Geologisch bedeutsam ist der
hohe Gehalt an magnetischem Eisen-Titan-Erz (Illmenit), der den Ausschlag
einer Kompassnadel deutlich beeinflusst (Aberration).
Der Ketzerstein führt seinen Namen auf die in der Nähe gelegene Wüstung
Katzhausen zurück, nach der auch der Ketzerbach benannt ist. Die groben
Felsblöcke in altarähnlicher Form versucht man als heidnischen Opferaltar
zu deuten.
Das Pfaffenmal
Knapp südwestlich von Nisterau-Bach liegt 487 m ü. NN links vom Eingang
zur Bacher Lay im Naturschutzgebiet eine klippenartig hervortretende
Basaltkuppe, das Pfaffenmal. Es handelt sich um eine Säulenabsonderung zum
Teil in Meilerstellung.
Basalt-„Klippen“ im Naturschutzgebiet Bacher Lay bei Bad Marienberg. (Foto
Karl Kessler)
Geschichte und Sage
Am Fuße des Pfaffenmales soll nach mündlicher Überlieferung vor der
Reformation eine Einsiedlerklause gewesen sein. Ganz in der Nähe befindet
sich der Wohnplatz der Ortswüstung Pfingsthofen. In den Spinnstuben
vergangener Tage erzählte man sich die Sage von einem Zwergenvolk, das von
den Leuten Pfaffen genannt wurde. Sie waren als Bergleute tätig und ließen
eines Tages ihre ergrabenen Schätze, Gold und Silber, vor ihrer Behausung
in der Sonne glitzern. Der Müller Knoll aus Bach kam des Weges, dem riefen
die Zwerge, denen er oft den Backtrog geliehen hatte, aus Dankbarkeit zu:
Müller Knoll, Müller Knoll, mach dir Händ und Taschen voll! Der Mann
wollte sich nicht damit begnügen, er lief nach Hause um einen großen Sack
zu holen. Doch dann kam er zu spät. Schätze und Pfaffen waren verschwunden
und wurden seither nicht mehr gesehen.
Großer Wolfstein
Den
Große Wolfstein, Naturdenkmal, 555 m ü. NN, findet man nordwestlich von
Bad Marienberg im Bereich des Landschaftsschutzgebietes Marienberger Höhe
in der Gemarkung Kirburg. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen von der
Stadtmitte und vom Wildpark-Parkplatz zum knapp 2 Kilometer entfernten
Ziel. Ebenso wie der Ketzerstein ist auch der Große Wolfstein der Überrest
eines Lavastromes. Er bildet zusammen mit dem unweit gelegenen Kleinen
Wolfstein den sogenannten Wolfsteinrücken.
Zwischen Bad Marienberg, Bölsberg und Unnau fallen Basaltblockfelder auf,
die während der Eiszeiten von den Basaltdecken der Berge abgeglitten sind
und hier unmittelbar am Plateaurand das devonische Schiefergebirge
überlappen.(Foto Eberhard Klein)
Geschichte und Sage
Die Grenzbeschreibung der Kirche zu Haiger 914/1048 lässt schon im frühen
10. Jahrhundert den Rechtsbereich der Herrschaft zum Westerwald erkennen.
Als Grenzpunkt wird der Große Wolfstein genannt, der damals
„Drutgerestein“ hieß. Die Bezeichnung gab den Anlass zur Annahme einer
keltischen Kultstätte. Grenzsteine von 1788 mit den Buchstaben ON =
Oranien-Nassau und SH = Sayn-Hachenburg markieren dort noch den alten
Grenzverlauf. Die Sage erzählt: Der Teufel wollte einen Turm bauen, der
bis in den Himmel reichen sollte. Er sammelte eine Menge mächtiger
Basaltblöcke, die überall in den Wäldern umherlagen. Er band sie mit einer
„Witt“ (Weiden- oder Birkenreis, das so lange gedreht, „gebreiselt“, wird,
bis es sich wie ein Strohseil binden lässt) beieinander, und fuhr mit
seiner Last durch die Lüfte. Die Witt riss, und die Steine fielen zu früh
auf die Erde. Und da liegen sie heute noch. So soll der Große Wolfstein
entstanden sein.
Hochstein
An der K 65 zwischen Dreisbach und Höhn-Schönberg liegt Höhn-Neuhochstein.
Etwa in der Ortsmitte erreicht man nach 250 m nördlich die eindrucksvollen
Felsen des Naturdenkmals Hochsteins, 525 ü. NN, mit einem
Basaltblockfeld.
Geschichte und Sage
Der Berg- und Hüttentechniker, Geologe und Mineraloge Dr. h.c. Johann
Philipp Becher schreibt in seiner „Mineralogischen Beschreibung des
Westerwaldes, Berlin 1786“ über den Hochstein:
Die Ebene um das Dorf Kackenberg hat rechter Hand und zwar
größtentheils am Gehänge, das nach der Niester zu geht, einen
Buchenwald, in welchem oben und kaum 300 Schritt vom Dorf, ein Haufen
Basalt-Blöcke
bei und aufeinander liegen, wovon mancher 30 und mehrere Zentner
wiegt. Sie kommen
Haufenweis
und zerstreut vor, und siehet dadurch alles so wild aus, daß man vor 3000
Jahren gewähnt haben würde, daß hier der Ort gewesen, wo Riesen den
Himmels-Sturm wagten, von den Göttern aber, die Felsen zerrissen und die
Stücke auf die Stürmende herabstürzten, repoußiert wurden. Der eigentliche
Kackenberger Stein, oder das so genannte wilde Weiberhäußchen, wovon die
Sage wie vom dem schon erwähnten Namens-Verwandten geht, daß ehedessen
wilde Leute darin gewohnt hätten, besteht aus einem Basaltfelsen, welcher
durch die horizontale und senkrechte Sprünge, wie in Parallelipipeden
getrennt und auf einander gethürmt zu seyn scheint. Moos bandirt sie und
benimmt ihnen an ihrem Ansehen so wenig, als das ganze dadurch an
Feierlichen verliert.
So gibt es viele “Wildweiberhäuschen“ auf dem Westerwald, so bei
Driedorf, bei Oberdresselndorf, bei Langenaubach und auf dem Malberg bei
Moschheim. Es sind zerklüftete Höhlen, Felsspalten oder überhängende
Steine aus denen ein Raunen und Weben aus alter Zeit die Westerwälder noch
heute geheimnisvolle Sagen erzählen lässt.
Großer Stein
Der Große Stein (bei Lützeln) liegt auf einer Meereshöhe von 546 m. Er ist
der Überrest eines Vulkanes, der vor etwa 20 – 30 Millionen Jahren an
dieser Stelle das Schiefergebirge durchbrach. Nur kurze Zeit nach dem
Ausbruch begann die Verwitterung an der Vulkankuppe zu arbeiten. Aschen
und andere durch den Vulkan ausgeworfene Gesteine wurden von Wind und
Wasser entfernt. Zurück blieb der zu Säulen erstarrte Basalt. Durch
Frosteinwirkung während den Eiszeiten wurden die Säulen zerteilt und es
entstand ein eindrucksvolles Blockmeer.
Grauer Stein (Botterweck)
Der
Graue Stein, 519 m ü. NN, am westlichen Ortsrand von Rennerod gelegen, ist
ein im Westerwald einmaliges Geotop! Zahlreiche Felsformationen im
Westerwald haben ihre heutige Ausprägung während der Eiszeiten erhalten.
Dies ist am Grauen Stein nicht der Fall. Der Bevölkerung ist die
kugelige Form der Steine aufgefallen, die dem Grauen Stein auch den Namen
„Botterweck“ gaben. Dies ist eine Verwitterungsform, die innerhalb des
Bodens entsteht. Bevorzugt geschieht dies unter tropischen und
subtropischen Bedingungen. Darauf deutet auch die Rotfärbung des heutigen
Bodens hin. Einige auf dem Waldboden liegende Kugeln sind gespalten,
hervorgerufen durch Frostsprengung in den Kaltzeiten.
Das Hessische Landesvermessungsamt in Wiesbaden stellte in den 1970er
Jahren den geographischen Mittelpunkt der Bundesrepublik Deutschland in
Rennerod nach dem Koordinatensystem (Breitengrad 50,37 Nord, Längengrad
8,04 Ost) fest.
Als markanter Punkt bot sich der Botterweck an. Nach der Wiedervereinigung
in Frieden und Freiheit mit den ostdeutschen Ländern, der damaligen DDR,
am 3. Oktober 1990 wurde Niederdorla in Thüringen der neue geographische
Mittelpunkt Deutschlands.
(Foto Karl Kessler)
NSG Holzbachdurchbruch mit der Sonnenkanzel
Der Holzbachdurchbruch, im Volksmund auch Holzbachschlucht genannt, gehört
zu den bedeutenden Attraktionen des Westerwaldes. Auf einigen Hundert
Metern hat sich der Holzbach seinen Weg durch die Basalte und Tuffe
gesucht und ein wildromantisches Tal geschaffen. Dies hängt unmittelbar
mit der Hebung des Rheinischen Schiefergebirges in den letzten 800000
Jahren zusammen. Weniger bekannt ist die östlich der Gemeinde Gemünden am
Holzbach gelegene Sonnenkanzel. Es ist der durch die Abtragung lockerer
Gesteine herausgearbeitete Rest eines Basaltganges. An dem etwa 100 m
langen Grat erkennt man immer wieder schöne Basaltsäulen. Ausgangspunkt
für eine Rundwanderung ist der Parkplatz an der L 300 südwestlich von Seck
(Hinweisschild Hof Dapperich) oder nordöstlich von Gemünden auf dem
Wanderparkplatz bei der Lexen-Mühle.
(Foto Eberhard Klein)
Der Sengelberg
Der Sengelberg ist ein 444 m hoher Berg liegt zwischen den Ortschaften
Weltersburg, Salz und Herschbach. Dieser Berg wird kaum begangen. Er ist
komplizierter aufgebaut, als er von weitem aussieht. An der nördlichen
Flanke wurde ein mittelgroßer Steinbruch angelegt, wo der berühmte
Backofenstein gewonnen wurde. Dieses Gestein besteht aus Bims, aus Aschen
und Kristallen. Es entstand aus einer glühendheißen Wolke, die einem
nahegelegenen Vulkan entströmte. Diese Glutwolken gehören zu den größten
Gefahren eines Vulkans, da in der Regel für den Menschen keine Chance
besteht, ihr zu entgehen. Später deckte ein Trachyandesit-Strom den
Backofenstein zu und schützte ihn damit vor der Abtragung durch Wasser und
Wind.
Auch dieses vulkanische Gestein konnte der Mensch nutzen, z.B. beim Bau
des „Bürgermeisteramtes“ in Salz. Zuletzt tat sich im Berg erneut eine
Spalte auf, in die Basalt eindrang. Dieser zieht sich heute als Rippe quer
über den Berg.
(Foto Karl Kessler)
Geschichtliches
Westerwälder Backofenbauer waren in Gershasen ansässig. Es waren Maurer,
die sich schon früh auf den Bau von Backöfen spezialisiert hatten. Waren
es früher Hausbacköfen, so fanden die Gemeindebacköfen erst im 17. und 18.
Jahrhundert größere Verbreitung. Die Backofenbauer waren Steinmetze,
Ofenbauer und selbständige Unternehmer in einer Person. Oft waren sie noch
Pächter oder Eigentümer eines Trachyttuff-Steinbruchs, so auch am
Sengelberg.
ND Zehntgarben-Stein (VG Selters)

"Südwestlich von Hartenfels am Hauptwanderweg II des Westerwald-Vereins
befindet sich der Zehntgarben-Stein. Er besteht aus einem ähnlichen
Gestein wie der Schenkelberger Kopf oder auch der Hartenfelser Burgberg:
Hawaiit-Trachybasalt. Deutlich ist die säulige Absonderung zu erkennen.
Säulen sind keine Kristalle, sondern entstehen in der abkühlenden bereits
festen Lava. Es sind Schrumpfungsrisse, die durch den Volumenschwund
bedingt sind. Der Zehntgarben-Stein erhielt seine Form wahrscheinlich
durch den lokalen Abbau des Gesteins. Ein Aufstieg zum Burgberg in
Hartenfels lohnt ebenso. Neben einem grandiosen Ausblick ist auch hier
eine schöne säulige Ausbildung der Lava zu finden." (Karl Kessler)
Die Felsgruppe „Zehntgarben“ ist eines der zahlreichen Geotope im
Westerwald und steht als Naturdenkmal seit dem 01.07.1977 unter Schutz.
Die sechskantigen Säulen sind eine häufig vorkommende Erstarrungsform der
Basaltmagma, die sich beim Abkühlen nach einem Vulkanausbruch immer
rechtwinklig auf einem älteren Untergrund ergibt. Das tertiäre Gestein ist
vor etwa 25 Millionen Jahren entstanden. (Fotos
u. Text Wilfried Göbler)
Sagenhaftes
Der Sage nach handelt es sich um einen umgestürzten Erntewagen eines
Bauern, der sein Getreide in der Dunkelheit bei einem nahenden Gewitter
einfahren wollte, ohne seinem Grundherren, dem Erzbischof von Trier, den
Zehnten abzugeben.
Im Schein der Blitze gewahrte ihn der Zehntenerheber von der nahe
gelegenen Burg Hartenfels, dem „Schanddeppen“ und ritt dem flüchtenden
Bauern nach. Auf dem holprigen Weg schlug der hochbeladene Erntewagen um.
Zornig über sein Missgeschick schrie der Bauer dem Erheber einen Fluch
entgegen: „Wenn du doch zu Stein würdest!“ Doch die Verwünschung traf den
Flucher selbst. Kaum war das letzte Wort von seiner Zunge, da herrschte
Totenstille. Der Zehntenerheber fand nur noch einen Haufen versteinerter
Garben und daneben den versteinerten Bauern mit seinem Ochsengespann und
dem Hund, halbversunken in der Erde, regungslos. Basaltsteine. (KK u. WG)
ND Kranstein
An der Strasse K 95, die von Willmenrod nach
Weltersburg führt, liegt 372 m ü. NN ein Naturdenkmal, der Kranstein. Ein
kleiner Teil eines größeren Steinbruchs an seiner Nordwestflanke wurde
wegen seiner in Pyramidenform und in Meilerstellung befindlichen
Basaltsäulen als eindrucksvolles Geotop 1984 unter Schutz gestellt. Es
gibt kaum einen Bildband oder geologische Abhandlung über den Westerwald
ohne ein Foto vom Kranstein. - Auf unsere Veranlassung hin hat die
Verbandsgemeinde Westerburg inzwischen den Kranstein von der Verbuschung
befreit und zusammen mit der Ortsgemeinde Weltersburg wieder einladend
gestaltet.
(SW Foto Thomas Bartolosch
[kls: nachträglich coloriert ]
Druidenstein
Der Druidenstein, Naturdenkmal, 431 m ü. NN, gilt als der nördlichste
Ausläufer des basaltischen Westerwaldes. In der Tertiärzeit vor etwa 25
Millionen Jahren entstanden, lässt der Druidenstein etwas von der Dramatik
des Vulkanausbruchs erahnen als glutflüssige Lava sich aus dem Erdinneren
durch die devonische Grauwacke hindurchzwängte und anschließend zu
Basaltsäulen erstarrte.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde ein Teil der als
Orientierungspunkt für feindliche Heere geltenden Kuppe abgetragen. Heute
ist nur noch etwa ein Drittel davon erhalten. Durch die
Unterschutzstellung um 1920 wurde ein weiterer Abbruch verhindert. Sagen
berichten von keltischen Druiden als Namensgeber des Naturdenkmals und von
Germanen, die dort eine Kultstätte hatten.
Der Strom-Berg
Der Strom-Berg ist eine 407 m hohe Erhebung zwischen Westerburg und
Willmenrod. Der Gipfel wird von einem umfangreichen Blockmeer gekrönt.
Deutlich ist noch die Säulenbildung des Basaltes zu erkennen. Durch
Frostsprengung während der Kaltzeiten entstandene Risse haben zahlreiche
Basaltblöcke geteilt. Wasser drang in die engen Spalten des Gesteins ein.
Beim Einfrieren dehnte es sich aus und führte durch häufiges Wiederholen
zur Spaltung der
Blöcke.
(Foto Eberhard Klein)
Der Trachytsteinbruch in Wölferlingen
Der Trachytabbau gehört zu den wichtigen Rohstoff-Industrien im
Westerwald. Der Trachyt von Wölferlingen gehört zu den SiO2–reichen
Gesteinen, das hier in ebenmäßigen Säulen ansteht. Im Haupt-Bruch, am
östlichen Ortseingang, existiert noch ein alter Betriebskran, der zum
Transport der rohen Gesteinsblöcke diente. Trachyt von Wölferlingen fand
Verwendung für Grenzsteine, Treppenstufen, Bodenplatten, Tür- und
Fenstergewänden, in der Denkmalpflege und wurde auch beim Hausbau
verwendet. (Foto Eberhard Klein)
Rechts: Trachytmauer in Wölferlingen (Foto Karl
Kessler)
Auch die alte im Zweiten Weltkrieg zerstörte Autobahnbrücke bei Limburg
bestand zum Teil aus Trachyt, allerdings aus Wölferlingen. Aus dort nicht
verwendeten Quadern errichtete man dort die am östlichen Ortseingang von
Wölferlingen an der Straße befindliche Mauer.
Steinbrüche sind lebensgefährliche Orte. Das Betreten ist immer nur mit
Genehmigung des Unternehmers erlaubt. Das Gleiche gilt auch für Tongruben.
Tongrube Esther
Oberhalb der Tonlagerstätte, einem Walderdorff´schen Betrieb bei Boden,
ist ein Vulkanbau mit umfangreichen, gut geschichteten Tuffen
aufgeschlossen. Je nach Abbaufortschritt sind sogar die Fördergänge des
Vulkanes zu erkennen. Gut zu sehen ist die Verziegelung (Rotfärbung) des
Tones unterhalb des heiß abgelagerten Basaltes.
Hier muss das Betriebsgelände nicht betreten werden. Der Aufschluss ist
von der Straße L300 einsehbar.
Grube Victoria
Am Fuß des Hochsteins, an der Straße zwischen Schönberg und Hahn befindet
sich das verschlossene Stollenmundloch der ehemaligen Braunkohlengrube
Victoria. Die unterhalb liegenden Haldenreste bieten Fundmöglichkeiten für
Braunkohle und Mineralien.

Ergänzungen
2012 (Unterwesterwald) --- >>>
Ausblick
Neben diesen vorgestellten Geotopen gibt es noch zahlreiche weitere
Objekte, die erwähnenswert gewesen wären. Insbesondere solche, die den
Erzbergbau, die Entstehung der Tonlagerstätten und den paläozoischen
Untergrund (Schiefer und Sandsteine des Devons) betreffen, fanden hier
noch keine Aufnahme. Der Aufgabe der Geotopvernetzung entsprechend, werden
diese Geotope später in einer entgültigen Liste berücksichtigt!
Ein erstes Ziel ist für die Autoren erreicht, wenn durch die Erschließung
der geologischen Besonderheiten vielen Westerwäldern das Bewusstsein
gestärkt wird, dass sie in einer besonderen Landschaft mit einer
spannenden Vergangenheit leben. Nur dann können wir den Gästen überzeugend
die Schönheiten unseres Westerwaldes zeigen. (Karl Kessler - 2005)
Literatur
AUFLISTUNG der Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler,
Landschaftsschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile im
Westerwaldkreis, o.J..
BARTOLOSCH, Thomas, A.: Basalt im Westerwald. Westerwälder Beiträge 2.
Herausgeber: Landschaftsmuseum Westerwald. Hachenburg 1982.
FISCHER, Helmut: Sagen des Westerwaldes. Herausgeber: Westerwald-Verein
e.V., Montabaur 1993.
GENSICKE, Hellmuth: Kirchspiel und Gericht Marienberg. In: Die
Kirchengeschichte. Bad Marienberger Chronik Band 4, Bad Marienberg 1996.
GROSSER WESTERWALD-FÜHRER. Herausgeber: Westerwald-Verein e.V., Montabaur
1979.
LOOK, Ernst-Rüdiger: Voraussetzungen für die Umsetzung des IGUS/UNESCO
Joint Projektes: GEOSITES in Deutschland S.23-28, in: LOOK (Hrsg.)
Geotopschutz und seine rechtlichen Grundlagen Schriftenreihe der Deutschen
Geologischen Gesellschaft, Heft 5, Hannover 1977.
MUSEUMSFÜHRER Landschaftsmuseum Westerwald, Montabaur 1993.
SCHWICKERT, Peter, W.: Naturschutzgebiete im Westerwaldkreis. Montabaur
2002.
Zaunert, Paul: Hessen-Nassauische Sagen. Jena 1929.

Geotope
u. archäologische Denkmäler
--- >>>
Gesellschaft
für Heimatkunde im Westerwald - Verein
letzte Bearbeitung:
6.12.2013 - kls |